Pushing The Boundaries

Welche Bedingungen entscheiden über unsere Reisefreiheit?

Ob Menschen Grenzen überwinden können, hängt selten allein von ihrer persönlichen Entscheidung ab. Der Geburtsort, die Staatsangehörigkeit, finanzielle Möglichkeiten, Bildung, politische Konflikte oder bestehende Visaregime bestimmen maßgeblich darüber, wer sich frei bewegen kann – und wer nicht. Aus Sicht globaler Gerechtigkeit zeigt sich: Mobilität ist weltweit ungleich verteilt. Für manche ist sie selbstverständlich, für andere mit hohen Hürden verbunden oder gar unmöglich.

Pushing The Boundaries

Mobilität ist weltweit ungleich verteilt. Doch warum ist das so? Mit der Kampagne „Pushing the Boundaries“ möchte die OEW die Machtverhältnisse aufdecken, die sich hinter diesen Unterschieden verbergen. Im Mittelpunkt steht also die Frage, woher die Ungleichheit stammt und was ihr möglicherweise entgegenzuhalten ist.

Mit der Kampagne möchte die OEW nicht einfache Antworten geben, sondern zum Nachdenken anregen: Welche Rolle spielen Grenzen in unserer Welt? Warum sind Mobilitätsrechte so ungleich verteilt? Und wie könnte eine gerechtere Zukunft aussehen?

Mitmachaktion: Ein Schritt nach vorn

Samstag, 26. September 2026, 10-11:00 Uhr

Mit der Aktion „Ein Schritt nach vorn/Un passo avanti“ am Samstag, 26. September, laden wir alle Interessierten zeitgleich an acht Orten in Südtirol von 10 bis 11 Uhr zum Mitmachen ein. Die Teilnehmenden schlüpfen in unterschiedliche Rollen und erfahren unmittelbar, wie stark Geburtsort, finanzielle Situation, Staatsangehörigkeit oder politische Konflikte darüber entscheiden, wer Grenzen überwinden kann – und wer nicht. 

Die Aktion findet an folgenden Orten statt. Einfach vorbeikommen und mitmachen! 

  1. Schlanders, Plawennplatz (mit: BASIS)
  2. Bruneck, Graben (mit: Integratiosbeirat)
  3. Salurn, Rathausplatz (mit: Bildungsauschuss Salurn)
  4. St. Ulrich, Stetteneckplatz (mit: Integrationsbeirat)
  5. Franzensfeste, vor dem Haus der Begegnung „Km 488“
  6. Sterzing, Goetheplatz (mit: Stadtbibliothek Sterzing)
  7. Meran, Sandplatz (mit: Pfadfinder)
  8. Bozen, Kornplatz

Convegno: Un mondo senza frontiere!?

Venerdì, 9 ottobre 2026, 15-18:00
Ost West Club Est Overst Merano

Insieme a esperti ed esperte di diverse discipline scopriremo quali effetti hanno i confini statali sulla mobilità delle persone e delle merci. Inoltre, daremo spazio alla creatività per immaginare e sviluppare insieme visioni di un mondo senza confini.

Speaker: 

Avv. Francesca Cancellaro, PhD
Team legale della Global Sumud Flotilla
Federico Oliveri
Filosofia del diritto – Università di Camerino
Diego Saccora
Operatore sociale, Lungo la Rotta Balcanica
Deborah Lucchetti
Presidente FAIR / Coordinatrice Campagna Abiti Puliti (Genova)
Moderazione: Valentina Gianera

Info e iscrizione (convegno in lingua italiana): 0472 208208; monika.thaler@oew.org

Ingresso libero.

Plakatkamapgne

Auch mit der Plakatkampagne möchte die OEW aufzeigen, wie stark postkoloniale Strukturen unser Weltbild und die individuellen Möglichkeiten jedes und jeder Einzelnen prägen. 

Der italienische Pass wird als einer der mächtigsten Reisepässe der Welt eingestuft: Mit ihm kann man in über 120 Länder visumfrei einreisen. Das erleichtert nicht nur Urlaubsreisen, sondern eröffnet auch bessere Möglichkeiten für Studium, Arbeit, medizinische Behandlungen oder einen Neuanfang in einem anderen Land. Für Menschen mit anderen Pässen können dagegen enorme Hürden bestehen.

Auch Faktoren wie Geschlecht, sexuelle Orientierung, körperliche oder kognitive Fähigkeiten sowie die finanziellen Möglichkeiten beeinflussen, wer sich frei bewegen kann. In einigen Ländern können Frauen beispielsweise nicht ohne die Zustimmung männlicher Angehöriger ausreisen. Queere Menschen sind in vielen Teilen der Welt mit Diskriminierung und rechtlichen Einschränkungen konfrontiert. Gleichzeitig können sich wohlhabende Menschen Reisen, Visa und rechtliche Unterstützung leisten, die für andere kaum oder gar nicht zugänglich sind.

Eine Auseinandersetzung mit diesen Zusammenhängen ist deshalb wichtig, um Migration und die Auswirkungen globaler Machtverhältnisse besser zu verstehen. Insbesondere die Unterschiede zwischen dem Globalen Norden und dem Globalen Süden zeigen, dass Bewegungsfreiheit nicht allein eine Frage individueller Entscheidungen oder persönlicher Anstrengung ist, sondern auch durch politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Strukturen geprägt wird.